Chronik

Die eigentliche Geburtsstunde der Musikkapelle Ulrichsberg liegt noch immer im Dunkel der Geschichte. Zu besonderen Anlässen trafen sich wahllos musizierende Bauern, Taglöhner und Handwerker um zu musizieren. Sie hinterließen keinerlei schriftliche Aufzeichnungen.

Die Feuerwehrmusik

Im Jahre 1873 schloss sich die Musikkapelle als offizieller Teilverein der Feuerwehr Ulrichsberg an. Als erster Kapellmeister fungierte der Schuster und Mesner Mathias Mayrhofer aus Ulrichsberg Nr. 24. Mayrhofer beherrschte nahezu alle Instrumente und setzte schon damals auf die Ausbildung der Jungmusiker.

Himmlisch – Höllisch

Nach einem Streit der Musiker spaltete sich die Musikkapelle und es entstanden zwei Kapellen:
•    die „himmlische Musik“
•    die „höllische Musik“
Nur die „himmlische Musik“ durfte bei kirchlichen und prunkvollen Festen ausrücken. Schließlich vereinigten sich beide Kapellen wieder und zählten zusammen rund 20 Mann.

Die Jahrhundertwende

Um die Jahrhundertwende übernahm der Bauer Karl Fischer aus Berdetschlag Nr. 1 die Leitung der Kapelle und führte sie bis zum Jahre 1923. Zwischen 1914 und 1919 war an ein gemeinsames Musizieren nicht zu denken, da fast alle Männer in den 1. Weltkrieg einrücken mussten. Erst im Jahre 1919 konnte Kapellmeister Fischer die aus dem Krieg heimgekehrten Männer wieder zum gemeinsamen Musizieren auffordern.

Die Gringinger – Musik

Als Nachfolger Fischers übernahm 1923 der Bauer Johann Gringinger aus Stangl Nr. 2 die Kapellmeisterstelle. Er gestaltete unter anderem die Markterhebungsfeier am 20. und 21. Juli 1929 zu einem glanzvollen Fest. Gringinger war bis zum Jahre 1950 Kapellmeister und wurde nach seinem Rücktritt zum Ehrenkapellmeister ernannt.

Die Friedl – Musik

Im Jahre 1929 gründete der Oberlehrer Reinhold Friedl eine zweite Musikkapelle in Ulrichsberg. Zur Unterscheidung von der ursprünglichen „Gringinger – Musik“ wurde sie als „Friedl – Musik“ bezeichnet. Sie zählte damals 33 Mann, hatte 206 unterstützende Mitglieder und gehörte dem „Bund der Nichtberufsmusiker Oberösterreichs“ an. In den Wirren des Jahres 1938 kam es zur Auflösung der „Friedl – Musik“ und auch die „Gringinger – Musik“ wurde bald nach Kriegsbeginn spielunfähig. So ruhte das offizielle Musikleben in Ulrichsberg bis Kriegsende.

Die Vereinigung

Erwin Eichsteininger, dem Neffen des Kapellmeisters Gringinger ist es vor allem zu verdanken, dass das Blasorchester Ulrichsberg nach dem furchtbaren Krieg wieder erstand. So baute er die Musiker der „Gringinger – Musik“, als auch der „Friedl – Musik“ von 15 Mann zu einem 45 Musiker umfassenden Klangkörper auf. Nach Übernahme der Kapellmeisterstelle führte Eichsteininger die Kapelle zu größten Erfolgen. Die Kapelle zählte damals zu den Besten des Bezirks. Im Jahre 1954 wurde das Blasorchester neu eingekleidet und ein Jahr darauf fand das Bezirksmusikfest in Ulrichsberg statt. Eichsteininger musste im Februar 1969 aus gesundheitlichen Gründen den Dirigentenstab niederlegen und starb kurze Zeit später an den Folgen eines Gehirnschlags.

Unter neuer Führung

Gendarmerie Bezirksinspektor Franz Frattner übernahm am 1. März 1969 die schwere Aufgabe, die Nachfolge Eichsteiningers als Kapellmeister anzutreten. Nach einer erneuten Neueinkleidung im Jahre 1970 fand zwei Jahre später wieder ein Bezirksmusikfest in Ulrichsberg statt. Unter der Leitung Frattners unternahm die Musikkapelle zahlreiche Gastspiele in Deutschland.

1974 übernahm der Ulrichsberger Hauptschullerer Franz Löffler die Leitung der Kapelle. Bereits ein Jahr darauf übernahm der ehemalige Volksschuldirektor Reinhold Urmann die Kapellmeisterstelle. In seiner 25-jährigen Laufbahn führte er mit Hilfe von Stabführer Josef Leitner die Musikkapelle Ulrichsberg zu ausgezeichneten Erfolgen im In- und Ausland.

Die Jahrtausendwende bis heute

Im Jahr 2001 legte Kapellmeister Urmann die Stelle zurück und sein Nachfolger wurde Franz Josef Frattner jun. Auch der Stabführer Josef Leitner legte sein Amt zurück und Hermann Fröschl wurde als Nachfolger ernannt. Nach zehn Jahren übergab er das Amt seinem bisherigen Stellvertreter Bernhard Wögerbauer, welches dieses bis heute ausführt. Neuer Kapellmeister ist seit 2014 Dieter Umdasch.